Sagt mal, wie ist es eigentlich …

Christine hat sich schon immer für Menschen begeistert und wählte zunächst einen Beruf in der Gastronomie. Doch das fühlte sich noch nicht richtig an, sie wechselte ins Krankenhaus. „Ganz ehrlich: Ich hatte dort das Gefühl, die Menschen abzufertigen. Es war ein Kommen und Gehen.“ Das belastete die junge Frau, sie wollte mehr. Und dann, mit dem Wechsel in die Altenpflege, änderte sich alles. „Die Menschen, die hierherkommen, bleiben. Mit ihnen kann ich eine Beziehung aufbauen, sie begleiten und anleiten, für ihre Veränderung und Fortschritte sorgen. Und auch für sie da sein, wenn sie sich auf ihren letzten Weg machen. Das ist die Arbeit, die mich erfüllt.“

Von der gleichen Motivation, in der Altenpflege zu arbeiten, erzählt Joy Zahnleitner. Mit dem Unterschied, dass sie direkt mit der Ausbildung zur Pflegefachfrau startete. Bis sie dann aus privaten Gründen ihre Ausbildung abbrach. Ihr Entschluss war bedacht, denn sie wollte ihre Oma pflegen. Ein Schritt, vor dem man den Hut zieht, wenn man bedenkt, wie alt Joy ist. Sie sieht es positiv und weiß, dass sie dadurch gewachsen ist und in den Beruf zurückwollte. Sie ist dankbar, dass sie nicht als „Ausbildungsabbrecherin“ verurteilt wird, sondern dass man ihr vertraut und versteht, warum sie ihre Ausbildung an den Nagel gehängt hat.

Was die zwei am meisten an ihrem neuen Arbeitsplatz schätzen, ist die Unternehmensphilosophie und der Umgang mit den Mitarbeiter*innen. So etwas haben sie noch nicht erlebt und sie sind stolz, Teil des Teams zu sein. Beide erzählen, dass sie von den Kolleg*innen mit offenen Armen empfangen und mit viel Geduld während der Einarbeitung unterstützt wurden. „Alle und alles ist neu hier, wir wachsen zusammen und trotzdem fühle ich mich nicht wie die Neue“, so Joy.

Christine ist froh, dass sie als junge Mama in einem Team arbeitet, in dem sich Familie und Job prima unter einen Hut bringen lassen. Ihr Wecker klingelt schon um 4.30 Uhr. Wenn an dem Morgen alles gut läuft, keine Tränen fließen, weil sich der Teddybär versteckt, steht sie mit ihrem Kind pünktlich um 6 Uhr vor der Kita. Kommt es doch mal zu einer kleinen Verspätung, nimmt ihr das keine*r krumm. Im Gegenteil: Alle sind verständnisvoll, denn jeder und jedem kann das passieren.

Mit Dienstantritt beginnt der Austausch mit der Nachtschicht. Es wird besprochen, ob es besondere Vorfälle gab: Ist jemand gestürzt, hat wer Fieber oder hat sich ein Wundbild verschlechtert? Konnte Bewohner X heute Nacht schlafen oder hat Bewohnerin Y gestern Abend die Mahlzeit zu sich genommen? Und was ist heute bei Bewohner Z besonders zu beachten? Dann werden die ersten Bewohner*innen geweckt.

Die beiden helfen den Senior*innen beim Aufstehen, bei der Morgentoilette und beim Anziehen, begleiten jede*n in den Frühstücksraum und helfen dort, das Essen anzureichen. Was dabei nie fehlt, sind freundliche, motivierende und wertschätzende Worte, die von Herzen kommen. Und eine große Portion Geduld. Beide Pflegeassistentinnen machen ihre Arbeit mit viel Leidenschaft und, klar, auch einer Prise Humor. Dafür bekommen sie viel Dankbarkeit zurück und hören spannende Geschichten aus dem Leben der alten Menschen.

Manche Bewohner*innen schlafen gerne länger. Das ist völlig in Ordnung und der Unterschied zum Krankenhaus. „Das ist ihr Zuhause, da dürfen sie aufstehen, wie es ihre innere Uhr oder die Tagesform erlauben. Darauf nehmen wir unbedingt Rücksicht“, erzählt Christine. Nach dem Frühstück nehmen einige der Bewohner*innen an Beschäftigungsangeboten teil. In dieser Zeit räumen Joy und Christine die Frühstückstische ab, helfen bei den Toilettengängen und machen die Betten. „Manchmal ist es wie verhext, dann sind an einem Tag gleich mehrere Betten frisch zu beziehen, weil Missgeschicke passiert sind. Das gehört dazu“, sagt Joy augenzwinkernd. Nach einer kleinen Pause ist es schon wieder Zeit, den Mittagstisch einzudecken, die Bewohner*innen an den Esstisch zu begleiten, das Essen auf die Teller zu portionieren und einfach da zu sein, wenn beim Essen Hilfe gebraucht wird. Danach wird es ein wenig ruhiger. Mittagsruhe, Zeit für eine Pause, anschließend die Tische für die Kaffeerunde eindecken und Übergabe mit den Kolleg*innen von der nächsten Schicht.

Joy und Christine wissen, wie wichtig und wertvoll ihre Arbeit ist, denn nur durch Pflegeassistent*innen können Fachkräfte eine wirklich gute Arbeit machen. Sie sind nah an den Senior*innen dran, machen die Grundpflege und sehen Veränderungen. Pflege, so sagen beide Frauen, ist Teamarbeit – mit den Kolleg*innen, mit den Bewohner*innen und sogar den Angehörigen. Und genau deshalb haben sie sich für diesen wunderbaren Beruf entschieden – weil er so wichtig und abwechslungsreich ist.

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Katja Liebenthal
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